Montag, 5. August 2013

Kohlehügel Jing Shan, Trommelturm Gulou, Rikscha-Tour durch die HuTongs, Lamakloster Yonghe Gong (5.8.2013)

Zum ersten Mal, seit wir hier sind, nehmen Hetty und ich uns ausgiebig Zeit für's Frühstück. Anschließend checken wir aus, lassen unser Gepäck aber noch im Hotel und machen uns auf den Weg einige Sehenswürdigkeiten noch auf eigene Faust zu erkunden. Mit dem Taxi geht es zum Fuß des Kohlehügels. In der Mittagshitze arbeiten wir uns Stück für Stück den Berg rauf. Der Gipfel des Hügels liegt genau auf Pekings Nord-Süd-Achse, nördlich vom Kaiserpalast. Von dort hat man einen wundervollen Ausblick auf die Verbotene Stadt und die Umgebung herum. Jing Shan bedeutet auch "Aussichtshügel" und der Name Kohlehügel soll sich auf die Kohlevorräte beziehen, die man einst an seinem Fuß lagerte, um die Verbotene Stadt damit zu heizen. Er entstand auf künstliche Weise, beim Aushub des Palastgrabens. Es ist wirklich empfehlenswert, am Ende seines Pekingbesuchs hierher zu kommen. Man man hat einen örtlichen Überblick auf so viele tolleSehenswürdigkeiten, sodass man sich alle nochmal in Erinnerung rufen kann. Deshalb verbringen wir dort auf dem Kohlehügel auch mehr als eine Stunde. Nicht nur um Fotos zu machen und die Aussicht zu genießen, sondern auch um Abschied zu nehmen, von der Stadt! Und nicht nur ich verabschiede mich, auch Hetty wird in diesen Tagen immer klarer, dass ihre Zeit hier in China, langsam aber sicher, abläuft, und es auch für sie vermutlich erstmal das letzte Mal ist, dass sie Peking sieht! 

      (Blick vom Kohlehügel auf die Verbotene Stadt)


Aber weil wir die Zeit, bis der Flieger geht, noch gut nutzen wollen, raffen wir uns auf und machen uns zu Fuß auf den Weg, weiter Gen Norden, zum Trommelturm. Der Trommelturm bildet das Ende von Pekings Nord-Süd-Achse und wurde 1420 gebaut. Er ist über eine recht halsbrecherische, steile und dunkle Treppe zu besteigen. Oben im Turm haben wir das Glück, dass gerade eine Trommelvorführung beginnt. Die Trommeln, die hier stehen, haben einen Durchmesser von bis zu 1,5 m und dienten früher dazu, die Tages-und Nachtzeiten zu verkünden. 
Anschließend lassen wir uns ca. eine Stunde lang mit der Rikscha durch die Hu Tongs fahren, die das alte Beamtenviertel Pekings bilden und heute ein Bild vom alten China zeigen.
Danach geht es dann wieder mit dem Taxi zum Lamakloster. Dieses Kloster zählt zu den allerersten Attraktionen der Stadt, auch wenn es erst 1744/45 gegründet wurde. Gegenüber dem Kaiserpalast oder dem Himmelspalast hat der Yonghe Gong einen entscheidenden Vorteil: er ist kein "Museum", sondern wird noch von Mönchen bewohnt. Es ist sehr prunkvoll ausgestattet und schön anzusehen. Viele Leute kommen zum Beten her. Wir schauen uns in Ruhe um und fahren anschließend wieder mit dem Taxi zum Hotel, um unser Gepäck zu holen.
Nachdem unser ursprüngliche Rückflug gecanceled wurde, Tobis Firma (über die wir den Flug gebucht hatten) uns einen anderen Flug gebucht hat, bucht die Dame am Flughafen-Schalter uns nochmal um, auf einen Flug um 19 Uhr! Da es 18:50 Uhr ist gucken wir sie ziemlich blöd an und fragen sie, wie wir das denn schaffen sollen. Aber der Flug hat eine Stunde Verspätung. Und so fliegen wir zurück nach Shanghai und landen sogar noch früher als geplant am National Airport, Shanghai Hongqiao. Es ist 22:30 Uhr und es sind noch laut Temperaturanzeige noch 33 Grad. Man kann sich also vorstellen, wie die Temperaturen am Tag sind! Tatsächlich ist es der heißeste Sommer in Shanghai seit mehr als 100 Jahren, und ich bin live dabei. Na, herzlichen Glückwunsch!!! :-)

Fahne hissen am Tian'an Men Square (5.8.2013)

Um meinen Schlafrhythmus nun völlig aus dem Konzept zu bringen, stelle ich meinen Wecker auf 4 Uhr (Wer braucht denn schon Schlaf?!?!). Bei Sonnenaufgang ist dort immer das Hissen der chinesischen Flagge. Dort waren wir vorgestern ja auch schon, als die Fahne bei Sonnenuntergang wieder eingeholt wurde, aber ich wollte unbedingt nochmal zum Tian'an Men Platz, weil ich Peking einfach mit diesem Platz verbinde, mehr als mit allen anderen Orten und Sehenswürdigkeiten hier. Und immerhin ist heute schon unser letzter Tag in Peking. Hetty ist nicht aus dem Bett zu kriegen ;-) Ist auch okay, sie muss ja morgen auch wieder arbeiten. Also krieche ich mühselig aus meinem Bett, werfe mir eine ordentliche Ladung kaltes Wasser ins Gesicht und schleiche mich aus dem Zimmer. Heute Nacht hat es ordentlich geregnet und gewittert, die Straßen sind voll Wasser und einige Straßenarbeiter sind schon damit beschäftigt, das Regenwasser mit Holzbesen in die Gullideckel zu kehren. Die Luft ist endlich mal angenehm. Es hat sich etwas abgekühlt und es sind ca. 20 Grad! Ich schnappe mir das erstbeste Taxi an der Straßenkreuzung und zeige dem Fahrer auf meinem Map wo ich hin will. Karten lesen ist nicht so sein Ding, aber er kann sich denken wo ich um diese Uhrzeit hin will und malt mit seinem Finger die chinesische Flagge auf seine Hand... wir verstehen uns also!!! Die Fahrt dauert keine 5 Minuten, endlich kommt man mal voran, weil kaum jemand um diese Zeit unterwegs ist. Und während ich noch kurz die Hoffnung habe, dass dann vllt. auch am Tian'an Men Square nicht so viel los ist und ich den Platz wirklich mal in Ruhe genießen kann, so wie ich es gerne würde (Wer ist denn schon so verrückt und steht mitten in der Nacht auf, um zu Gucken, wie eine Fahne am Mast hochgezogen wird?!?!), sehe ich, je näher wir dem Tian'an Men Platz kommen, schon die heraneilenden Menschenmassen, die auch alle zum Fahnenhissen wollen! Also steige ich, als wir ankommen, aus und mische mich unter den Menschenstrom, der Richtung Platz fließt. Bevor man auf den Platz kommt, muss man seine Taschen wieder auf einem Band durchleuchten lassen und alle 20 Meter stehen Polizisten und Polizeiwagen. Letztendlich ist hier um diese Uhrzeit mehr los, als beim Abnehmen der Fahne. Trotzdem ergattere ich einen noch akzeptablen Platz in den ersten Reihen hinter der Absperrung und habe eine gute Sicht. Mein Vorteil dabei ist einfach der Unterschied zwischen meiner Größe und der asiatischen Durchschnittsgröße, ich kann halt über alle drübergucken! :-) Sonnenaufgang ist für 5:16 Uhr angesagt und es wird immer voller und voller. Dennoch scheine ich die einzige Nicht-Chinesin zu sein, und werde dementsprechend in der Menschenmenge beäugt, aber auch respektiert. Es scheint okay zu sein, dass ich hier bin. Und auch wenn ich vom Kommunismus und dieser ganzen Verherrlichung der Regierung nicht viel halte, ist die Stimmung dort auf dem Platz ansteckend! Alle freuen sich und sind ganz aufgeregt und als es dann losgeht, geht ein Raunen durch die Reihen, es entsteht ein Meer aus aufnehmenden Ipads, Smartphones und Kameras, die Nationalhymne wird durch Lautsprecher abgespielt und plötzlich ist es doch ganz still und ehrfürchtig und die Fahne klettert Stück für Stück den Mast hoch und findet ihren Platz am Ende der Fahnenstange auf den Punkt mit dem Ende der Nationalhymne! Ich warte gespannt, was dann passiert! Es passiert aber nicht viel: ein paar Leute, aber wirklich nur ein paar, klatschen. Das war's dann aber auch! Als jedoch die vordere Absperrung weggenommen wird, rennen alle wie wild zur Fahne um dort Fotos zu machen. Das Ganze sieht aus wie beim Einlass eines Teenie-Konzerts bei dem alle in der 1. Reihe stehen wollen. Auch ich nutze die Zeit um noch in Ruhe Fotos zu machen, die Sonne geht gerade auf und das Licht ist schön! Für den Rückweg entscheide ich mich, zu Fuß zu gehen! Man bekommt dann einfach noch mehr mit! Überall in den Straßen wird aufgeräumt, das Wasser beseitigt, hier gefegt, da gefegt und viele stehen mit ihren Fahrrädern, die als mobile Kochstation umfunktioniert sind, an der Straßen und bereiten Omlettes o.ä. zum Verkauf zu. Durch Zufall gerate ich in eine Schulklasse. Die Kids sind etwa so alt, wie die in meiner Klasse und ich fühle mich direkt wohl. Aufgeregt traut sich ein Junge mich nach einem Foto zu fragen. Wer sagt da schon "nein"? Wann sonst hat man ein solches Star-Erlebnis?! Also nehme ich mir die Zeit für meine "Fans" und es werden Fotos in allen Konstellationen gemacht ;-)

Tja, und wieder im Hotel angekommen, hab ich mich brav direkt daran gemacht, diesen Beitrag zu verfassen und ich merke, wie viel leichter mir das Schreiben fällt, und wie viel zufriedener ich mit meinen Posts bin, wenn ich zeitnah nach den Erlebnissen schreibe. Die Gefühle sind dann noch die gleichen und man muss sich nicht mehr krampfhaft in ein Gefühl, was man bei dem Erlebnis hatte zurückversetzen. Leider ist es nicht immer möglich, DIREKT danach zu schreiben. Mal hab ich keinen WLAN-Anschluss parat, dann spinnt mein VPN-Channel, manchmal passiert so viel direkt hintereinander und ab und zu bin ich auch einfach zu kaputt und müde, um noch zu schreiben...
Ich denke, ab morgen wird es besser, da bin ich dann wieder in Shanghai und tue mir erstmal die Ruhe an. Aber die 3 Tage hier mussten wir einfach so gut es geht nutzen... Es ist jetzt kurz vor 8 und die Hetty schläft immer noch, die schmeiße ich jetzt aus dem Bett und dann gibt es einen weiteren Tag Touri-Programm, bis wir heute Abend dann wieder in den Flieger zurück nach Shanghai steigen...

Sonntag, 4. August 2013

Auf der Mauer, auf der Lauer - The Great Wall (4.8.2013)

Tag 2 unseres Touri-Programms in Peking: Unser Guide für heute heißt Ben. Wir werden um 7:10 Uhr am Hotel abgeholt und sind heute in einer bunt gemischten Gruppe mit Leuten aus Kanada, Australien, Spanien und Indien (glauben wir zumindest). Mit unserem kleinen Bus fahren wir als erstes zu einem der Ming- Gräber. Changling ist das größte, älteste und am besten erhaltene Mausoleum. Kaiser Zhu Di (1360-1424) ist hier bestattet. Den Seelenweg sehen wir leider nicht. Anschließend geht es dann endlich weiter zur Großen Mauer. Eine Sache, auf die ich mich besonders freue! Wir besuchen den Abschnitt der Mauer bei Badaling. Eine kurze Strecke bis zur Mauer legen wir mit dem Cable Car zurück, den Rest erklimmen wir selbst, bei mukeligen 33 Grad! Und dann ist sie da, vor mir, die Mauer... Und obwohl auch hier wieder jede Menge los ist und viele Menschen um uns herum sind, ist es ein besonderer Moment! Irgendwie ist das etwas Großes für mich!!! Und so brauchen wir gar nicht viel auf der Mauer herumlaufen (was nämlich bei den Temperaturen und dem Gefällle bzw. der Steigung, die man an manchen Abschnitten überwinden muss, auch echt anstrengend ist), sondern suchen uns 2-3 gute Spots, schießen Fotos und setzen uns ansonsten einfach auf die Mauer und genießen den Ausblick auf und um die Mauer! 



Danach sind wir, auch ohne viel Laufen, total erledigt! Netterweise hat unser Tagesprogramm zum Abschluss noch einen Besuch in einer Art "Krankenhaus" vorgesehen. Dort erfahren wir etwas von chinesischer Heilkunst und bekommen unterdessen eine Fussmassage. Vorher weichen wir die plattgelatschten Füße in einem Fußbad auf. Leider ist das Wasser so heiß, dass Hetty und ich es nicht hinkriegen unsere Füße da rein zu stecken. Hetty versucht einer der "Krankenschwestern" das zu erklären, doch die meint nur, dass das so sein soll und dass, wenn man das jeden Abend eine Viertel Stunde vor dem Schlafen gehen macht, mehrere Kilo abnimmt. 1. wird mein Mann sich bedanken, wenn ich jeden Abend mit so nem Fussbottich da sitze, bevor wir ins Bett gehen und 2. bin ich doch nicht bescheuert und verbrühe mir die Füße dafür!!! Deshalb schütte ich ganz heimlich den Rest meiner Wasserflasche aus meiner Handtasche mit in das Fussbad und kann es dann auch endlich genießen... bis es ans Massieren geht!!! Normalerweise bin ich für jede Massage zu haben (kraule meinen Rücken und du wirst mein Freund!), aber bei meiner Geburtstags-Dance-Einlage ist mein kleiner Zeh glaube ich tatsächlich gebrochen und massieren und jeden Zeh einzeln zwirbeln kommt da so gar nicht gut. Aber "Aua" versteht man auch in China und ich werde etwas sanfter behandelt. Am liebsten würden wir uns dann ins Hotel beamen, anstatt nochmal in unsere Schuhe und unseren Bus zu steigen!!! Dementsprechend einfach fällt auch das Abendessen aus. Wir bleiben einfach im Hotel und essen eine Kleinigkeit in der Hotellounge, auch wenn es unser letzter Abend in Peking ist...

Temple Of Heaven, Forbidden City, Summer Palace, Tian'an Men, Lao She Teahouse (3.8.2013)

Bei bestem Peking-Wetter, man kann blauen Himmel sehen ;-), haben wir uns für heute einen Guide gebucht. Ihren chinesischen Namen kann ich weder aussprechen noch schreiben, aber ihr westlicher Name (den suchen sich die Chinesen selber aus) ist Cindy! Da komme ich hervorragend mit klar! Cindy kommt aus Beijing, ist hier Vollzeit-Tor-Guide und spricht gutes Englisch! Da ausschließlich Hetty und ich mit ihr die Tour machen, haben wir Cindy ganz für uns alleine und löchern sie den ganzen Tag mit allen möglichen Fragen! Für uns total super, für Cindy ein bisschen anstrengend :-)  
Cindy und unser Fahrer holt uns morgens um 7:30 Uhr am Hotel ab. Erste Anlaufstelle ist an diesem Tag der Temple Of Heaven mit dem Himmelsaltar (Tian Tan). Um den Tempel herum ist ein großer Park angelegt, der Tian Tan-Park. Wir entern den Park über das North Gate und laufen bis ins Herz des Parks, wo der Himmelstempel inklusive Himmelsaltar steht. Der Tian Tan ist der bedeutendste von sechs kaiserlichen Altären, die im 15./16. Jahrhundert in und um Peking angelegt wurden. Zu den Aufgaben des Kaisers gehörte nämlich unter anderem, jährlich ein Opfer zu bringen, um für die stetige Harmonie zwischen Mensch und Kosmos zu sorgen. Bis 1913 war der Tempel nur Mitwirkenden der Zeremonien zugänglich. Bis dahin sehr schade, denn er zeigt klassische chinesische Baukunst in höchster Vollendung. Dabei spielen bestimmte Farben und Zahlen eine sehr zentrale Rolle. Das alles kann ich hier aber beim besten Willen nicht erklären, das würde den Rahmen sprengen, und dabei komme ich doch eh schon kaum mit dem Schreieben hinterher... Auf unserem Weg zurück durch den Park stellt Cindy uns dann auch mal eine Frage: wie viele Geschwister wir haben, möchte sie wissen! Bei der Hetty mit einer Schwester leicht zu beantworten. Ich hingegen hole lieber tief Luft und etwas weiter aus mit meiner Eltern-Geschieden-Wiederverheiratet-2 Halbgeschwister-4 Stiefgeschwister-Aber-Trotzdem-Irgendwie-Einzelkind-Weil-Nie-Zusammen-Gewohnt-Geschichte ;-) Als ich fertig bin guckt mich Cindy mit großen Augen (sofern das als Chinesin geht) an... Patchwork? Das kennt man hier nicht! Wir erfahren dann aber von ihr, dass es mittlerweile Paaren in China gestattet ist auch 2 Kinder zu bekommen, wenn 1. beide selbst, also Frau und Mann, Einzelkind sind und 2. das erste Kind ein Mädchen ist, das ist ja nicht gut genug, da darf man noch versuchen nen Jungen hinzukriegen :-( .
Ansonsten muss man für jedes 2., 3. usw. Kind ne ordentliche Summe Geld an die Regierung zahlen. 
Unser nächster Stop ist die Verbotene Stadt. Mittlerweile ist es ca. 11 Uhr und die Forbidden City ist voll mit Menschenmassen, denn auch die Chinesen haben Sommerferien und ein Bus nach dem anderen karrt neue Menschen an. Leider nimmt dies dem ganzen Ort den Charme, aber ich versuche mir die Massen einfach wegzudenken. Wir durchqueren die Verbotene Stadt von Süden nach Norden. Auch der Kaiser hat früher die Stadt immer von Süden aus betreten, der nördliche Eingang war für die Konkubinen ;-)  Anschließend fahren wir mit Cindy in eine Seidenfabrik. Wir lernen wie Seide gewonnen wird und habe anschließend natürlich auch die Möglichkeit, dort von Seidendecke bis Seidenkleider alles zu kaufen... Was wir aber nicht machen! Da gehe ich doch lieber wieder zu Mr. Liu und lasse mir was schneidern!!! Als letzten Punkt der Tour mit Cindy, fahren wir zum nordwestlich zum Yihe Yuan, dem Sommerpalast des Kaisers. Auch dieser liegt in einem riesigen Garten mit zahllosen Hallen, Höfen, Seen, Pavillons, Laubengängen und Pagoden. Er entstand 1750/51 als Geschenk des Qianlong-Kaisers zum 60. Geburtstag seiner Mutter!!! Nur gut, dass meine Mama ihren 60. schon gefeiert hat!!! 
Nach der Tour sind wir ziemlich erledigt, erholen und erfrischen uns einen Moment im Hotel und machen uns gegen 18:30 Uhr auf den Weg zum Tian'an Men Platz oder auch "Pletzam Tor des Himmelsfriedens". Er gilt als größter innerstädtischer Platz der Welt, hat Platz für eine halbe Million Menschen und ist symbolbehafteter als wenige andere Orte. Aber auch das müsst ihr googlen, wenn ihr mehr erfahren wollt. Wir warten bis bei Sonnenuntergang die Chinesische Flagge heruntergefahren wird. Dabei erlebe ich meine erste Verhaftung von zwei jungen Frauen, die während der Zeremonie gegen die Regierung protestieren -nicht schön! Aber es passieren auch schöne Dinge, denn wir werden von mehreren Chinesen angesprochen (mit Händen und Füßen, weil,Englisch können hier in Peking nur die wenigsten Leute), die gerne ein Foto mit uns machen möchten! Und diese sind so herzlich und freuen sich, dass die positive Stimmung beim Verlassen des Platzes überwiegt! 
Tja, und dann gibt es im Lao She Teahouse noch ganz traditionell meine allererste Pekingente!!! Nebenbei wird dort immer ein Programm aus Akrobatik, Opernarien, Kabarett und Zauberei geboten. Wir sehen dort eine Art Schattenspiel und ich lerne, wie man Pekingente isst... Quasi viele kleine Peking-Enten-Wraps :-D
Der krönende Abschluss des Tages: wir fahren nicht mit dem Taxi, sondern mit so einem Elektro-Tuk-Tuk zum Hotel!!! Ein riesiger Spaß!!! :-D Ich sterbe tausend Tode, so wie die hier fahren und komme aber trotzdem heil am Hotel an...




Samstag, 3. August 2013

Sex And Da City (2.8.2013)

Mich nach dem Duschen hinzulegen, wäre keine gute Idee gewesen! Lieber noch ein paar Stunden durchhalten und dann zu einer passenden Uhrzeit schlafen gehen, damit man möglichst schnell in den neuen Zeitrhythmus kommt! Also noch mal an- und losgezogen:
Wir fahren mit dem Taxi zum Beihai-Park! Der, früher kaiserliche, Park ist Pekings beliebteste Grünanlage (das sagt zumindest einer meiner Reiseführer). Dazu gehört ein ca. 68 ha großer See, der Beihai, der den größten Teil ausmacht und auf dem jetzt im Sommer Tretboote fahren! Selbst vereinzelte Schwimmer findet man im Wasser. Besonders schön ist, dass jetzt dort der Lotus blüht. Deshalb heißt die Promenade, die um den See herum führt auch zu Recht "Lotus-Lane"! Da wir außer dem Flugzeug-Fraß noch nichts gegessen haben, genehmigen wir uns im Alpha & Omega-Club einen deftigen Beef-Burger nach guter westlicher Art! Dabei sitzen wir in der 2. Etage und haben einen fantastischen Ausblick auf See und Lotus! Während wir dort sitzen entdecke ich im Reiseführer noch eine weiter Location, die gleich um die Ecke ist. "Sex And Da City" heißt der Laden und im Reiseführer steht dazu, wortwörtlich: "Nicht so unzüchtig, wie der Name suggeriert, sondern eine Cocktaillounge mit Tanzfläche. DJs legen House und Hip-Hop auf." 
Ja, super! Da wir dort nen Cocktail kriegen, der Laden direkt nebenan ist und wir bzw. ich im Reiseführer dann direkt mein erstes Check-Häkchen machen kann, ist ja wohl klar, dass wir dort hingehen! Was wir dort bestellen, ist auch keine große Frage: natürlich Cosmopolitans!!! ;-) Und weil wir so viel zu bequatschen haben, tut es uns auch ganz furchtbar leid, dass die Mädels, die plötzlich so toll unten auf der Tanzfläche, an der Stange und oben, in so nem Raubtierkäfig, leichtbekleidet tanzen, nicht die Beachtung von uns bekommen, die sie mit Sicherheit verdient hätten! Dafür sammelt sich unten vor der Eingangsglastür ein ganzer Menschenhaufen!!! :-D


Freitag, 2. August 2013

Shanghai Pudong -> Beijing (2. August 2013)

6 Stunden geschlafen und wieder fit!!! Kurzer Nachtrag zu gestern: 22.9!!!
Nicht Grad, sondern Kilogramm...hat mein Koffer gewogen!!! 23kg durfte man haben! Und da sag noch einer ich könnte keinen Koffer packen!!! Wer jetzt meint "Ach, typisch Frau! Konnte sich nicht entscheiden welche Schuhe sie mitnehmen soll und hat 20 Paar mit!", liegt leider falsch!!! Hettys Lebensmittelbestellung ist einfach etwas größer ausgefallen! Nachdem ich mir 2011 fast in die Butze gemacht hätte, weil ich der Hetty illegal Leberwurst und Schinken vom Stuff mitbringen sollte (ich hatte etwas Sorge, man könne mich ins Gefängnis dafür sperren), war ich dieses Mal echt mutig: 3 Dosen Sauerländer Bockwurst, 2 Tüten Gummibärchen, 5 Tafeln Milka Schokolade, 3 Gläser Barilla Pesto, 2 Gläser Hausmacher Leberwurst,eine Flasche Wein für den Tobi und 500g Schinken vom Stuff!!! Ich habe also quasi keine Anziehsachen sondern nur Essen in meinem Koffer!!! :-D
Nachdem unser Flug gestern dann endlich auch mit 3 Stunden Verspätung von Shanghai Pudong aus startet läuft wieder alles wie geschmiert und wir landen um ca. 14:30 Uhr Ortszeit in Beijing! Mein Koffer hat das Umsteigen auch geschafft und kommt zusammen mit Hettys Sachen passend am Gepäckband an und wir machen uns auf in Richtung Beijing Airport Express, mit dem Taximwürden wir eh nur im Stau stehen. Und ich prahle noch, dass hier ja gar kein Zoll ist, wegen dem ganzen Essen in meinem Koffer, als wir kurz vor der Airport Express Station dann unser Gepäck auf Band durchleuchten lassen müssen... Da wird mir dann doch wieder etwas mulmig und ich stelle mich schon darauf ein, dass die jeden Moment meinen Koffer aufmachen wollen... Ich meine, wie soll man die Dosen Sauerländer Bockwurst denn bitte übersehen??? Und was passiert?!?!?... Nichts!!! Etwas verblüfft nehme ich meinen Koffer vom Band, als wäre nichts passiert und steige in den Zug. Mit der Linie A geht es dann bis Dongzhimen, wo wir in die Linie 2 umsteigen und dann noch 5 Stationen bis  Chongwenmen fahren. Das Pentahotel ist in unmittelbarer Nähe und wir sind froh, als wir endlich in den klimatisierten Räumen sind! Und dann endlich, endlich... gibt es die so ersehnte Dusche!!! Ein Traum!!!

Donnerstag, 1. August 2013

Frankfurt -> Shanghai Pudong (1./2. August 2013)

8 Uhr Abfahrt!!! Ich dachte, ich spinne! Von Olpe aus ist man in gut 1,5 Stunden am Frankfurter Flughafen und um 14.40 Uhr sollte der Flieger gehen... da hätte es mir persönlich auch gereicht um 10 Uhr loszufahren! Aber an Abreisetagen, an denen der Johannes (mein Stiefvater) mich zum Flughafen bringt, bin ich wieder 14 Jahre alt, und habe nichts zu melden! Und trotzdem, lasse ich mich von niemandem lieber zum Flughafen bringen, da man mit ihm einfach das Rundum-Sorglos-Paket bekommt! Er gibt mir die nötige Ruhe, die ich vor so einer Reise brauche, lässt mich meinen Gedanken nachhängen (auch wenn das zur Folge hat, dass ich die ganze Autofahrt kein Wort sage) und managed alles für mich: Fahrt, Parkplatzsuche, Kaffee, welcher Schalter, Gepäckabgabe, welches Gate... Dabei könnte ich das auch alles selber, aber ich genieße es, mich an solchen Tagen nicht darum kümmern zu müssen! Also endlich Zeit, mich mental auf die Reise vorzubereiten, denn viel Zeit hatte ich in den letzten Tagen nicht dafür. Ich wollte so gerne noch möglichst viele Leute vor meiner Abreise sehen oder sprechen, dass die letzte Woche eher einer Abschiedstournee glich! Da blieb ein bisschen Wehmut nicht aus: Ich war vorher noch nie so lange ohne meinen Mann! Mein Papa, der mich noch einen Talisman schenkt (der übrigens sehr schön ist und den ich natürlich trage, danke Papa)! Meine Mama, die nicht nur mir, sondern auch meinem Mann "Reisetaschengeld" zusteckt, obwohl der gar nicht verreist, aber sie der Meinung ist, dass das ja eh schon schlimm genug ist ;-)! Der Rest der Familie, der sich Sorgen macht, ob ich heil wieder zurück komme und mich zum Abschied ansehen, als wäre es das letzte Mal! Freunde, die sich nicht weniger Sorgen machen und mir bis zur letzten Sekunde vor Abflug noch Nachrichten schreiben! Euch allen sei gesagt...: Leute, ich hatte vor in knapp 3 Wochen wieder zurück zu sein!!! Ihr seid mich nicht los!!! Da habt ihr was falsch verstanden!!! :-D
Nee, mal im Ernst, vielen lieben Dank euch allen, ihr seid die Besten und ich verspreche gut auf mich Acht zu geben!!!
Die ersten 10 Stunden musste allerdings zunächst der Pilot auf mich Acht geben! Und mich in dieses Abhängigkeitsverhältnis zu begeben fiel mir wie immer schwer. Ich bin ja schon im Auto ein miserabler Beifahrer!!! ;-) 
Die Passagiere im Flugzeug bestehen zu 80% aus Chinesen. Und wie bei meinem letzten Besuch dauert es nicht lange, bis ich wieder mit den chinesischen Manieren vertraut gemacht werde. Der Chinese hat leider einen sehr eigenen Körpergeruch, der sich von unserem definitiv unterscheidet. Ich persönlich glaube, dass das mit der Ernährung zusammen hängt und die einfach andere Duftstoffe ausdünsten. Hetty meint, die waschen weder sich noch ihre Kleidung so regelmäßig wie wir. Wobei die aber auch nicht nach Schweiß riechen. Ich kann das nicht gut beschreiben, vielleicht kann man sagen, es riecht nach muffigem Essen oder so, jedenfalls nicht wirklich angenehm. Und die Frage, ob wir Europäer für die Chinesen nicht vielleicht auch sehr unangenehm riechen, geht mir dabei nicht aus dem Kopf!  Aber wenigstens pupsen, schmatzen oder rülpsen wir nicht in der Öffentlichkeit. Die Chinesen schon! Die lassen halt alles raus und das gehört unter anderem zum guten Ton. Mein Sitznachbar im Flugzeug ist auch ein Chinese! Ich glaube, in meinem Alter, aber bei den Chinesen kann ich das nie so genau sagen, die sehen alle immer so jung aus, finde ich! Seine Getränke schlürft er fröhlich vor sich hin und manchmal weht das ein oder andere Düftchen zu mir herüber. Seinen Apfelkuchen verschmäht er, er klopft mit der Gabel darauf herum und kann offensichtlich nichts damit anfangen. Dafür aber mit den Weintrauben vom Frühstück: die Trauben werden im Mund säuberlich von Kernen und Schale getrennt und eben diese werden sofort zurück in die Schale gespuckt. Zuletzt habe ich sowas bei meinem Patenkind gesehen!!! Tja, und irgendwann gibt es dann auch noch die typische Situation: ich muss auf's Klo, an ihm vorbei! Ich kann aber nicht genau sehen, ob er schläft und will ihn auch nicht stören! Es ist halt dunkel und die Schlitzaugen helfen auch nicht gerade dabei, um zu sehen ob die Augen auf oder zu sind! ;-)
Zum Ende des Fluges lerne ich noch Eileen kennen. Eileen ist 20 Jahre alt, BWL-Studentin und bleibt 6 Wochen in Shanghai. Und ich frage mich ernsthaft, warum ich erst so spät Gefallen an Fernreisen gefunden habe. Hätte ich früher angefangen, hätte ich schon viel mehr gesehen. Aber ist halt so!!!
Eileen und ich wurschteln uns gemeinsam durch die Einreisekontrollen und trennen uns danach leider schon wieder, weil ich ja noch weiter will und Eileen eben nicht! Ich empfehle ihr allerdings die Bar Rouge für's nächste Wochenende, vllt. sieht man sich dort wieder!!! 
Ich komme ohne Probleme zu meinem nächsten Gate und kann in Ruhe auf Hetty warten, die ich eh erst kurz vor Boading Time erwarte ;-) 
Im Nachhinein stimmt das nicht ganz, aber dazu morgen mehr! 
Ich bin seit nahezu 34 Stunden ohne Schlaf und wenn ich jetzt schlafen gehe, müsste ich relativ gut in meinen neuen Rhythmus kommen... 
Also euch allen eine gute Nacht!!! :-*